Was ist Autogas / Erdgas im Auto

13.03.2017 16:46

Aufgrund des konstanten Anstiegs der Kraftstoffkosten bei Benzin und Diesel suchen Autofahrer zunehmend nach günstigen Alternativen. Diese finden sie zunehmend in Autogas (LPG) und Erdgas (CNG). Bereits mehr als eine halbe Million Fahrzeuge sind mit LPG und CNG unterwegs. Doch was steckt hinter diesen Bezeichnungen?

LPG (Flüssiggas)

Der überwiegende Teil des in Deutschland verkauften LPG (englisch: Liquefied Petroleum Gas, deutsch: Flüssiggas) entsteht - anders als Benzin - nicht durch einen komplexen Raffinierungsprozess, sondern fällt quasi als Nebenprodukt bei der Öl- und Erdgasförderung in der Nordsee an. Eine weitere Quelle für die Gewinnung des alternativen Kraftstoffs ist die Rohöl-Destillierung in Raffinerien.

Gas verflüssigt sich bei geringem Druck

Für den Einsatz als Kfz-Kraftstoff wird ein Gasgemisch aus Butan und Propan verwendet, das sich unter normalen Temperatur- und Druckverhältnissen in einem gasförmigen Zustand befindet. Unter einem relativ geringen Druck (etwa 6 bis 8 bar) verflüssigt sich das Gemisch, wodurch sich sein Volumen um das 250- bis 260-Fache verringert. Das ermöglicht es, größere Mengen des entstandenen Flüssiggases auf kleinstem Raum zu lagern. Die Behältnisse, wie beispielsweise LPG-Autogastanks oder Gasflaschen bei Gabelstaplern, müssen jedoch wie Druckkammern aufgebaut sein.

Hohe Klopffestigkeit und hohe Energiedichte

Ein Vorteil von LPG gegenüber Kraftstoffen wie Benzin und Diesel ist seine hohe Klopffestigkeit. Abhängig vom Butangehalt liegt die Oktanzahl von LPG bei 100 bis 115 ROZ. Zudem verfügt es über eine hohe Energiedichte und verbrennt deutlich schadstoffärmer als andere fossile Kraftstoffe. Durch die unterschiedlichen Eigenschaften von Propan und Butan bieten die LPG Tankstellen abhängig von der Jahreszeit verschiedene Mischverhältnisse an. Im Sommer ist ein Mischverhältnis von 40 % Propan und 60 % Butan üblich. Im Winter steigt der Anteil Propan auf 60 % und der Anteil Butan sinkt auf 40 %. Dadurch soll der einwandfreie Betrieb von LPG-Autogasanlagen bei jeder Temperatur gewährleistet werden.

Kein Gesundheitsrisiko durch LPG

Für Menschen ist LPG gesundheitlich weniger bedenklich als Benzin oder Diesel. Da das Gasgemisch jedoch von Natur aus geruchslos ist, wird ihm ein Duftstoff zugesetzt. Durch ihn lässt sich austretendes Gas schnell bemerken, wobei moderne Behälter so ausgestattet sind, dass sich Leckagen selbst bei Unfällen nahezu ausschließen lassen.

Der Einsatz von LPG als Autokraftstoff ist seit Jahrzehnten erprobt. Eine Umrüstung von Kraftfahrzeugen auf Autogas ist heute unkompliziert möglich und durch die Vielzahl bestehender Lösungen mit überschaubaren Kosten verbunden.

CNG (Erdgas)

CNG (Compressed Natural Gas) beziehungsweise Erdgas ist ein natürlich vorkommender, fossiler Kraftstoff, der aus unterirdischen Lagerstätten gefördert wird. Anders als LPG wird CNG nicht in flüssigem Zustand, sondern gasförmig gespeichert. Dazu ist relativ hoher Druck nötig (200 bar), was höhere Anforderungen an die Druckbehältnisse stellt als LPG.

H-Gas und L-Gas

Der Hauptbestandteil von Erdgas ist Methan. An den Tankstellen werden zwei verschiedene Arten angeboten, die sich in ihrem Methangehalt unterscheiden:

-          High Caloric oder H-Gas enthält 87 bis 98,9 Vol. % Methan
-          Low Caloric oder L-Gas enthält 80,1 bis 87 Vol. % Methan

Im Betrieb mit L-Gas steigt der Verbrauch, was jedoch durch einen niedrigeren Preis kompensiert wird. Dadurch ist das Verhältnis von Preis zu Leistung bei beiden Arten von CNG identisch. Der Verbrennungsprozess von CNG ist sauberer als bei Diesel und Benzin. Vorwiegend wird Wasserdampf ausgestoßen. Der Ausstoß von Rußpartikeln und Schwefeldioxiden ist verglichen mit Diesel- und Benzinmotoren gering. Das gilt ebenso für Stickoxide und Kohlenmonoxid. Durch die Umweltvorteile, die Autos mit CNG-Antrieb bieten, erhalten sie noch bis Ende 2018 steuerliche Vergünstigungen. Zudem besitzt Erdgas eine sehr hohe Klopffestigkeit. Die Oktanzahl liegt mit 120 bis 130 ROZ über der von LPG.

Für die Gesundheit unbedenklich

Für die menschliche Gesundheit ist Erdgas (CNG) weitestgehend unbedenklich. Da das Gas jedoch geruchslos ist, wird ihm künstlich ein Duftstoff zugesetzt, der es Menschen ermöglicht, austretendes Gas frühzeitig zu erkennen.

Das Umrüsten auf Erdgas ist vor allem für Ottomotoren konzipiert. Sie können am effektivsten von CNG-Vorteilen profitieren und erfahren nicht selten eine Steigerung der Motorleistung von 5 bis 10 Prozent. Fahrzeuge, die ab Werk mit Erdgas-Antrieb ausgeliefert werden, sind noch selten und teurer als reine Benzin- und Dieselautos.