Autogas: Steuervorteil für LPG bis 2022 verlängert

10.08.2017 15:53

Lange Zeit war die Zukunft von Autogas in der Schwebe. Denn wie wir im Gas-Magazin von gasshop24 berichtet haben, sollte bereits 2018 die 1994 eingeführte Steuerbegünstigung für den umweltfreundlichen Alternativkraftstoff auslaufen. Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD sah jedoch ursprünglich eine Verlängerung der Steuerermäßigung bis mindestens ins Jahr 2021 vor. Jedoch entschied sich der amtierende Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) aufgrund einer fehlenden Gegenfinanzierung gegen ein Fortführen der Förderung. Der Bundestag stimmte im Februar 2017 zu. Nach lautstarken Protesten von Autofahrern, der Automobilindustrie und auch vielen Politikern folgte die Kehrtwende: Autogas bleibt bis 2022 günstig. Allerdings steigt der LPG-Preis ab 2019 jährlich um rund 3 Cent.

Bundesrat empfiehlt Fortführung der LPG-Förderung

Bis zu eine Milliarde Euro hätte der Bundesfinanzminister durch den Verzicht auf die Fortführung der Förderung von Flüssiggas über das Jahr 2018 hinaus eingespart. Der Bundesrat sprach sich jedoch für eine Fortführung der 2013 im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD vereinbarten Steuerbegünstigung aus. In der Begründung des Bundesrats heißt es sinngemäß, Autos mit Gas-Antrieb würden einen signifikanten Beitrag zum Schutze des Klimas und zur Reduzierung der Schadstoffe in der Atemluft leisten. Durch höhere Preise könnte die Akzeptanz für Flüssiggas-Antriebe sinken und in der Folge das Tankstellennetz schrumpfen. 

Der Bundesrat empfahl eine Verlängerung der Förderung um fünf Jahre. Nach intensiven Beratungen folgte die Koalition der Empfehlung und verlängerte die Förderung schließlich bis 2022. Die Steuerausfälle durch die verlängerte Steuerermäßigung für Flüssiggas werden für das Jahr 2019 auf 105,6 Millionen Euro beziffert. Für das Jahr 2020 werden 79,2 Millionen und für 2021 52,8 Millionen erwartet. 2022 soll der Fehlbetrag noch 26,6 Millionen betragen. 

Diesel-Skandal dürfte zur Entscheidung beigetragen haben

Der zurzeit die Medien dominierende Diesel-Skandal dürfte den Verantwortlichen die Entscheidung für eine Verlängerung der Subventionierung für Flüssiggas erleichtert haben. Wie unabhängige Tests gezeigt haben, stoßen selbst moderne Dieselfahrzeuge mit Euro 5 und Euro 6 Norm erheblich mehr schädliche Stickstoffoxide (NOx) aus, als von den Herstellern angegeben. Teilweise werden die Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten. Um dies zu verschleiern, haben einige Autobauer eine illegale Software eingesetzt, die auf einem Prüfstand den NOx-Ausstoß künstlich unter dem Grenzwert hält und so die tatsächlichen Emissionen verschleiert. Vor diesem Hintergrund wird seit einiger Zeit über Diesel-Fahrverbote in Städten diskutiert. Nicht zuletzt, weil die Gesundheitsschäden, die Stickstoffoxide verursachen, stark zunehmen. 

Gesundheitsgefahr Stickstoffoxid (NOx)

Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr etwa 10.000 Menschen vorzeitig an den Folgen zu hoher Stickoxid-Emissionen. Autogas und Erdgas haben das Potenzial dazu beitragen, die Belastung mit Stickstoffoxiden in der Luft drastisch zu reduzieren. Dazu muss jedoch ihr Anteil am deutschen Fahrzeugbestand signifikant ansteigen. Aus diesem Grund ist eine Weiterführung der Förderung zu begrüßen. In vielen Tests hat sich gezeigt, dass der Stickoxid-Ausstoß von Fahrzeugen mit LPG im Vergleich mit Dieseln und Benzinern am geringsten ist. Zuletzt zeigte das eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW). Im Test wurden drei baugleiche Opel Astra mit Diesel-, Benzin-, und Autogas-Antrieb überprüft. Der Diesel kam dabei auf NOx-Emissionen von 512 mg je kWh, das Autogas-Fahrzeug auf lediglich 2 mg je kWh. Der Benziner kam auf 11 mg / kWh.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei den Partikelemissionen von Benzinfahrzeugen. Hier reduziert Autogas die Partikelanzahl um bis zu 99 Prozent. Auch der CO2-Ausstoß von Benzinmotoren kann durch Umrüsten auf LPG reduziert werden. Untersuchungen zufolge um Werte von 10 bis 13 Prozent. Angesichts dieser Zahlen ist die Kombination aus Autogas und Benzin die cleverste Lösung, um der Luftverschmutzung Herr zu werden und die Emissionen von Dieselfahrzeugen auszugleichen.

"Harter" Ausstieg aus der LPG-Förderung vom Tisch

Die rund 500.000 Autofahrer, die derzeit mit einem umweltfreundlichen Flüssiggas-Antrieb auf deutschen Straßen unterwegs sind, können also aufatmen. Einen plötzlichen Ausstieg aus der Förderung wird es nicht geben. Stattdessen wird die Steuerermäßigung nun Jahr für Jahr um 20 Prozent eingedampft, bis schließlich im Jahr 2023 der normale Steuersatz für Flüssiggas erreicht ist. Den Plänen der Bundesregierung zufolge wird der Preis je Liter LPG jährlich um rund 3 Cent steigen. Mit dem vollen Steuersatz (dieser liegt bei derzeit 409 Euro je 1.000 Kilogramm LPG-Autogas) wird ein Liter Autogas ab dem Jahr 2023 rund 15 Cent teurer sein als heute. So wird der Kraftstoff statt wie bisher rund 60 Cent pro Liter etwa 75 Cent pro Liter kosten. 

Trotz der eingeschmolzenen Subventionen bleibt LPG auch weiterhin eine vergleichsweise günstige und zugleich saubere Alternative zu Kraftstoffen wie Benzin oder Diesel. Das Umrüsten des eigenen Autos auf den alternativen Kraftstoff ist also auch weiterhin lohnenswert und stelle eine Investition in die Zukunft dar. Durch günstige Umbau-Kits, wie sie auch gasshop24 anbietet, ist eine Umrüstung jederzeit kostengünstig möglich.

Steuerbegünstigung für Erdgas/CNG bis 2026 verlängert

Bereits zuvor beschloss die Bundesregierung eine Verlängerung der Steuerbegünstigung für Erdgas (CNG) bis ins Jahr 2026. Allerdings werden auch hier die Ermäßigungen ab 2024 schrittweise verringert, bis der alternative Kraftstoff schließlich ohne die staatliche Subventionierung auskommen muss. Der Anteil von Erdgasfahrzeugen ist allerdings noch erheblich geringer. Rund 100.000 Autos sind derzeit in Deutschland mit einem Erdgasantrieb unterwegs. Das liegt unter anderem daran, dass Erdgastanks mehr Platz benötigen als Autogastanks. Auf gasshop24 gibt es beispielsweise flache Radmuldentanks für Flüssiggas, die eine sehr platzsparende und von außen unsichtbare Umrüstung auf Autogas ermöglichen. Was sich für den Einzelnen mehr lohnt (LPG oder CNG), kommt auf den jeweiligen Fall an. Hier lohnt sich in jedem Fall ein Vergleich und eine Beratung durch einen Gas-Experten wie gasshop24. 

Gasshop24 hat die Fakten zur Förderung:

- Bis 2022 werden Fahrer von Autos mit Flüssiggas-Antrieb von günstigem Kraftstoff profitieren.
- Ab 2019 bis einschließlich 2023 wird der LPG-Preis pro Jahr um rund 3 Cent angehoben.
- 2023 wird der Liter Flüssiggas rund 15 Cent teurer sein als heute und im Schnitt 75 Cent kosten.
- Erdgas (CNG) wird wie ursprünglich geplant bis zum Jahr 2026 subventioniert.
- Ab 2024 wird die Förderung schrittweise zurückgefahren.